Lösung:
Ohne Hinzuziehung einer dritten Vergleichsgröße von magnetischer Qualität oder magnetiscber Beeinflußbarkeit kann man den Unterschied der Stärke zweier Magnete nicht feststellen:
Eine magnetische Qualität, die nicht an Eisen gebunden ist, ist der Erdmagnetismus. Dieser übt auf einen horizontal drehbar aufgehängten Stabmagneten eine Richtkraft aus, die desto stärker ist, je stärker der Magnet ist.
Man hänge nun zunäcbst den Magneten 1 in der genannten Weise auf, lasse ihn in der NS-Richtung zur Ruhe kommen und führe seitlich (etwa aus östlicher Richtung) den gleichartigen Pol des Magneten 2 an das nach Norden weisende Ende des Magneten 1 bis auf eine bestimmte Entfernung heran. Hierdurch wird das Nordende des aufgehängten Magneten 1 aus der NS-Richtung westweisend verdrängt. Macht man das Entsprechende bei vertauschten Magneten, so ergibt sich ebenfalls eine westweisende Abweichung von der NS-Richtung.
Die seitliche Kraft ist in beiden Fällen die gleiche (actio-reactio !)‚ sie ist beiden Polstärken proportional. Die nordsüdlich richtende Kraft jedoch ist am gleichen Ort nur abhängig von der Stärke des aufgehängten Magneten.
Ergebnis: Der Magnet, der vom anderen weniger seitlich verdrängt wird, ist der stärkere.



